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Wie viele Stunden musst du für deinen Konsum arbeiten?

Du möchtest Geld sparen, aber die Verlockungen zwischendurch doch wieder etwas zu kaufen sind einfach zu groß? Dann hilft dir dieser Trick: Rechne die Kosten für deine Neuanschaffung einfach mal in Arbeitszeit um.


Hast du dich jemals gefragt wie viele Stunden du eigentlich für dein neues Paar Sneaker oder den Kinobesuch arbeiten musst? Nein? Dann wird es dir enorm helfen, dass du dich jetzt damit beschäftigst. Denn sobald dir einmal klar ist, welcher konkrete Wert hinter einer Arbeitsstunde steht, gehst du garantiert sparsamer mit deinem Geld um.

Berechne deinen Netto-Netto-Netto-Stundenlohn

Dreimal Netto? Klemmt da gerade die Tastatur? Mitnichten! Um einen ehrlichen Eindruck davon zu bekommen, wie viel Geld du pro Stunde verdienst, musst du gleich drei Komponenten in deine Berechnung miteinbeziehen:

  • Steuern und Abgaben
  • Überstunden
  • Anfahrtszeit zur Arbeitsstätte

Berechnungsstufe 1: Steuern und Abgaben

Der erste Punkt sind Steuern und Abgaben. Diese gehen fix von jedem Bruttogehalt ab und finanzieren im Gegenzug z.B. die Krankenversicherung, Arbeitslosengeld und eine funktionierende Infrastruktur mit Schulen, Straßen und Gerichtshöfen. Wie hoch diese Abzüge bei dir sind kannst du entweder mit einem Brutto-Netto-Rechner aus dem Internet erfahren oder du schaust einfach auf deine monatliche Lohnabrechnung. Dort steht bereits dein Netto-Gehalt drauf.

Berechnungsstufe 2: Überstunden

Der zweite Punkt, der in die Bereinigung des Brutto-Lohns mitaufgenommen werden muss, sind Überstunden. Jeder zweite Arbeitnehmer macht in Deutschland regelmäßig Überstunden. Und zwar im Schnitt drei pro Woche. Und in diesen Zahlen sind das Mail-Checken im Feierabend oder das kurze Telefonat am Wochenende noch gar nicht einberechnet! Wenn du zu denjenigen gehörst, die beständig Überstunden klotzen, dann beziehe diese in deine Berechnungen mit ein. Dein realer Lohn schmälert sich nämlich mit jeder zusätzlich (und kostenlos) geleisteten Stunde.

Berechnungsstufe 3: Pendelzeit

Noch viel verbreiteter als Überstunden ist das tägliche Pendeln. Manche Menschen haben nur wenige Minuten Anfahrt, andere nehmen mehrere Stunden Wegzeit in Kauf, um zur Arbeit zu kommen. Zähle für die Berechung deines bereinigten Stundenlohns also auch deinen Anfahrtweg hinzu.

Natürlich kannst du auch noch weitere Bereinigungen vornehmen. Vielleicht hast du regelmmäßige Kosten für Arbeitskleidung oder Elektronik, oder du bist häufig auf Geschäftsreise? Je mehr Posten du in deine Rechnung einbeziehst, desto präziser wird sie sein.


Nutze den Arbeitsstunden-Geldwert Rechner

Damit du das alles nicht selbst mühsam ausrechnen musst, habe ich einen Rechner programmiert, der das für dich übernimmt.


Rechne deinen Konsum in Arbeitszeit um

Nachdem du jetzt weißt, wie viel eine deiner Arbeitsstunden Wert ist, kannst du deine Anschaffungswünsche und Käufe mit deiner Zeit gegenrechnen. Das geht so:

Nehmen wir an du verdienst 10 Euro Netto-Netto-Netto pro Stunde. Einmal Kino mit Popcorn kostet 12 Euro. Dafür musst du also 1 Stunde und 12 Minuten arbeiten. Oder du möchtest auf Weltreise gehen und brauchst dafür 10.000 Euro. Dafür musst du 1.000 Stunden lang arbeiten. Das sind 125 Tage. Bei einer 5-Tage Woche musst du also 25 Wochen arbeiten (ein halbes Jahr!) um dir diesen Traum erfüllen zu können.

Indem du dir darüber klar wirst wie viel Zeit eine Anschaffung ‚kostet‘, wirst du deutlich bewusster mit deinem Geld umgehen. Du kannst so feststellen, ob dir eine Anschaffung wirklich wichtig ist.

Als ich das erste Mal meinen bereinigten Stundenlohn errechnet habe, war ich ehrlich gesagt etwas schockiert. Ich dachte ich würde mehr verdienen. Seitdem habe ich mir einige Spontankäufe verkniffen und somit hat mich dieser Trick schon vor so manchem Fehlkauf bewahrt. Das gesparte Geld investiere ich jetzt in schöne Reisen und Erlebnisse – die sind unvergänglich und davon zehre ich noch mein ganzen Leben.


Klicke einen Gegenstand im Bild an, um herauszufinden wie lange man im Durchschnitt dafür arbeiten muss. Die Grafik ist vom Insitut der Deutschen Wirtschaft.

Hast du diesen Trick auch schon mal angewendet? Hat sich für dich etwas verändert seit du dir über deinen Real-Lohn bewusst bist? Oder hast du weitere Tipps wie man ohne viel Aufwand Geld sparen kann? Schreib es in die Kommentare!

Titelbild by Sonja Langford on Unsplash

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