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Wie viel kostet ein Wochenende in … Detmold?

Reisen innerhalb Deutschlands liegen gerade voll im Trend. Doch auch kurze Wochenendtrips ohne weite Anfahrt können ganz schön ins Geld gehen. In meiner Blog-Reihe „Was kostet die Welt?“ schreibe ich regelmäßig von meinen Ausgaben für Unterkünfte, Transport, Verpflegung und Aktivitäten. Im heutigen Artikel stelle ich ein Wochenende in Detmold/Bielefeld vor.


Damit mir die Decke nicht auf den Kopf fällt, habe ich mich an einem Montag im September kurzerhand entschlossen am folgenden Wochenende raus zu fahren. Wohin war eigentlich nebensächlich, hauptsache mal was anderes sehen.

Nach kurzer Überlegung fiel die Wahl dann auf Detmold. Warum? Immerhin steht hier Deutschlands größte Statue und der Teuteburger Wald ist ein vielbesungener Mythos, den ich noch aus Kindertagen kenne. Von meinem Heimathafen Köln aus ist Detmold außerdem nur 2 Autostunden entfernt. Und das Wichtigste: Ich war noch nie dort! Wurde also höchste Zeit mal vorbei zu schauen 🙂

Meine erste Station in Detmold war das Hermannsdenkmal. Es ist 145 alt und mit imposanten 53 Metern die höchste Statue Deutschlands. Tatsächlich hielt sie sogar elf Jahre lang den Rekord für die höchste Statue der westlichen Hemisphäre – bis dann 1886 die Freiheitsstaue in New York gebaut wurde. Gewidmet ist sie dem Andenken der Varusschlacht zur Zeit des Römischen Reichs. In diesem Gefecht gelang es den damals im Teutoburger Wald heimischen Germanischen Völkern das Römische Heer (das den Germanen zahlenmäßig sowie technologisch meilenweit überlegen war) vernichtend zu schlagen. Angeführt wurden sie dabei von Arminius, was der lateinische Name für Hermann ist.

Historische Aufbereitung am Hermannsdenkmal

Das Hermannsdenkmal ist also der in Stein gehauene Mythos der Einigung aller deutschen Völker zu einem Nationalstaat. Und weil Nationalstaaten im 19. Jahrhundert gerade voll im Trend lagen, wurde gezeigt was man hat und diese Statue protzig auf eine Anhöhe im Wald gebaut.

So sieht man sie schon bei der Anfahrt eine ganze Weile lang und der ca. 400 Meter lange Fußweg vom Eingang bis zum Denkmal ist durchaus imposant. Viel mehr als das Denkmal an sich, ist mir allerdings eine kleine Infotafel im Gedächtnis geblieben. Häufig vermisse ich in Museen und Erinnerungsstätten eine kritische Aufarbeitung des historischen Kontexts. Und auch das Hermannsdenkmal kann man durch seinen patriotischen und nationalstaatlichen Gründungsgedanken ja durchaus kritisch sehen und auch leicht für nationalsozialistische Ideen missbrauchen. Daher war ich besonders begeistert auf der Infotafel zu lesen, dass das Denkmal im Kontext seiner Zeit und dem damals üblichen frankreich-feindlichen Mindset zu verstehen ist, und sich Deutschland als Gesellschaft heute dazu anders positioniert. Chapeau. Schön zu sehen, dass Geschichte auch mal kritisch aufbereitet wird.


Sehenswertes LWL Freilichtmuseum Detmold

Im Anschluss an das Hermannsdenkmal ging es für mich noch ins LWL Freilichtmuseum Detmold. Ein Fehler, denn hierfür sollte man sich definitiv einen ganzen Tag Zeit nehmen und nicht erst am Nachmittag hinfahren. Bei strahlend blauem Himmel bin ich hier stundenlang zwischen alten Bauernhöfen, Adelshäusern, Windmühlen, Aussichtspunkten und der Dorfschänke herumspaziert. Man fühlt sich wirklich wie in der Zeit zurückversetzt. Das Highlight war für mich die Windmühle, die man von innen besichtigen kann und auf deren Galerie man so unfassbar nah an die Segel herankommt. Netterweise war es sogar windig genug, so dass sich die Segel für ein paar Minuten sogar bewegt haben.  


Externsteine

Im Nachhinein habe ich auf dem Blog von reisewut.com noch von den Externsteinen erfahren. Das sind faszinierend aussehende Felsformationen, die säulenartig in den Himmel ragen.

Externsteine in Detmold. Bild von noah eleazar auf Unsplash

Über einen angelegten Treppenlauf kann man auf die Spitzen der Felsen hochsteigen und dort über eine Brücke in 40 Meter Höhe wandern. Dabei hat man einen tollen Ausblick auf den Teutoburger Wald und vermutlich auch auf das Hermannsdenkmal, denn das ist gerade mal 8km entfernt. Es lohnt sich also sicherlich diese beiden Reisehighlights aus NRW miteinander zu verbinden. Wenn ihr noch mehr Tipps zu Reisen in NRW sucht, dann schaut euch den Artikel von reisewut hier gleich einmal an. Ich hätte ihn gerne schon vorher gelesen. Naja. Dann muss ich wohl nochmal nach Detmold fahren. 😉

Titelbild von reginasphotos auf Pixabay

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