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Warum nennt man Falschgeld Blüten?

Falschgeld gibt es seit Anbeginn des Geldes. Schon aus der griechischen Antike sind Texte bekannt, die Fälschern mit der Todesstrafe drohen. Über die Römer und das Dunkle Mittelalter bis hin zu Napoleon, der die Geldfälscherei als Mittel der wirtschaftlichen Kriegsführung anwandte sind seitdem tausende Fälle von Falschmünzerei überliefert.


Das Geschäft mit dem Falschgeld blüht also schon seit einer ganzen Weile. Aber mal ganz unverblümt gesprochen: Wieso nennt man Falschgeld eigentlich Blüten? Liegt es daran, dass den Fälschern eine Strafe blüht? Oder haben sie keine blütenreine Weste mehr?

Kommen wir ohne blumige Umschreibungen direkt zur Sache: Es gibt zwei Theorien zur Wortherkunft der Fälscher-Blüten.


Theorie 1: Polierte Pfennige glänzen wie Gold

Ein weit verbreiteter Trick zum Geldfälschen im Mittelalter war es, Münzen mit geringem Wert, also zum Beispiel Pfennige, ausgiebig zu polieren bis sie eine glänzende, fast goldene Oberflächenfärbung annahmen. Diese blank geputzten Geldstücke nannte man ‚Blede‘, was sich in etwa mit dem Wort für ‚Goldstück‘ übersetzen lässt.

Viele Forscher gehen heute davon aus, dass sich aus dem Wort ‚Blede‘ im Laufe der Jahre das Wort ‚Blüte‘ entwickelt hat.


Theorie 2: Zinnplatten mit Goldüberzug

Eine etwas aufwändigere Methode der Falschgeldproduktion im Mittelalter war, aus dünnen Zinnplatten Goldmünzen zu formen. Diese wurden mit den Prägungen und Mustern der sich aktuell im Umlauf befindenden Goldmünzen verziert und mit einer dünnen Goldschicht überzogen. So sahen die Geldstücke auf den ersten Blick aus wie echte, wertvolle Goldmünzen.

Die für diesen Fälschungsvorgang verwendeten Zinnplatten hießen im Mittelhochdeutschen ‚Blate‘. Und so wird vermutet, dass sich aus den ‚Blate-Münzen‘ später unser heutiges Wort der Falschgeld-Blüte entwickelt hat.

Übrigens waren die aus Zinnplatten hergestellten Münzen deutlich weicher als jene aus echtem Gold. Ein gängiges Mittel zur Überprüfung der Echtheit eines Goldstückes war es daher, in eine solche Münze hinein zu beißen. Verbog sie sich leicht, so konnte man davon ausgehen, dass hier ein Fälscher am Werke war. Diese Art der Überprüfung findet man als Traditionsakt auch heute noch, zum Beispiel bei den Olympischen Spielen, wo die Gewinner der Goldmedaillen durch den Biss darauf ihre Echtheit bestätigen.

Titelbild by Natalie Breeze on Unsplash

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