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Umweltbewusst und preiswert reisen. So geht´s!

Umweltbewusst reisen und dabei CO₂ sparen. Geht das überhaupt? Oder schließt ein knappes Budget automatisch das nachhaltige Reisen aus? Hier sind 10 Tipps wie beides geht!

Massentourismus und klimaschädigende Flüge um die Welt belasten unseren Planeten. Immer häufiger stellt sich die Frage: Wie kann ich heute noch die Welt sehen, ohne sie dabei zu zerstören? Und wie gelingt mir das, wenn ich dabei noch auf mein Budget achten muss? Hier sind meine 10 Tipps, wie du umweltbewusst Reisen kannst und dabei sowohl Geld als auch Co2 sparst.


1. Kaufe keine Souvenirs

Souvenirs sind meistens billig hergestellte Massenwaren, die mit deinem Urlaubsland genau so viel zu tun haben wie ein Bügeleisen mit einer Tüte Lakritz. Stilisierte, in Kitsch triefende Abbildungen von örtlichen Sehenswürdigkeiten und Nationalsymbolen spiegeln nicht die Seele eines Landes wider. Anstatt Geld für solch konventionellen Ramsch auszugeben, mache lieber persönliche Fotos! So fängst du deine selbsterlebten Momente ein – völlig kostenlos.


2. Transportmittel-Sharing nutzen

Per CarSharing ohne Parkkosten zum Flughafen fahren. Über die Mitfahrgelegenheit den Städtetrip nach Hamburg günstig antreten. Mit dem Mietfahrrad durch Barcelona touren und dabei Geld für die Metro sparen. Mittlerweile gibt es hunderte Angebote, die klimaneutrales Reisen ermöglichen und dabei deine Reisekasse schonen. Bei Sharingplattformen wie blablacar oder fahrgemeinschaft.de kannst du außerdem auch selbst Fahrten anbieten und damit noch etwas Bonus-Geld für deinen nächsten Urlaub verdienen.


3. Spritsparend Autofahren

Wenn du doch lieber mit deinem eigenen Auto in den Urlaub fährst, lohnt es sich den Tacho im Auge zu behalten. Bei einer konstanten Durchschnittsgeschwindigkeit von 100-130 kmh verbraucht ein Auto am wenigsten Kraftstoff. Achte außerdem darauf niedertourig zu fahren und möglichst früh hochzuschalten. Mit diesen Tipps kannst du bis zu 25% Benzin einsparen. Bei einem Benzinpreis von 1,40€ und einem Jahresverbrauch von 15.000 km (8 Liter pro 100km) sparst du damit rund 420 Euro und 700 kg CO₂.


4. Handtücher mehrmals benutzen

Zu Hause wechselt wohl kaum jemand jeden Tag seine Handtücher. Die zusätzliche Arbeit und die exorbitante Stromrechnung für den täglichen Gebrauch der Waschmaschine würde niemand auf sich nehmen. Doch im Urlaub schmeißen nach wie vor mehr als die Hälfte aller Leute ihre Handtücher nach einmaligem Gebrauch auf den Wäschestapel. Ein Waschgang mit 10kg Handtüchern verbraucht in etwa 50 Liter Wasser und 1,2 Kilowattstunden Strom. Bei einem Durchschnittsgewicht von 500g pro Handtuch heißt das: In 20 Tagen hat ein einzelner Tourist eine ganze Maschine Handtücher gefüllt und 1060 Gramm CO₂ produziert – nur durch Handtücher! Hier lässt sich zwar kein Geld, aber dafür eine ganze Menge CO₂ sparen.


5. Keine Fernreise machen

Das ist sicherlich nicht der Tipp den du gerne liest, aber nichts spart derart viel Geld und CO₂. wie auf eine Fernreise zu verzichten. Ein durchschnittlicher Hin- und Rückflug nach Singapur verbraucht bereits 7.608 kg CO₂. Das ist bereits mehr als dreimal so viel wie dein gesamtes klimaverträgliches Jahresbudget. Zudem kosten Langstreckenflüge eine Menge Geld. Unter 500 Euro findest du selbst in der Nebensaison selten Verbindungen zu deinem Reiseziel.


6. Stecker ziehen

Bevor du deine Urlaubsreise antrittst, gehe noch einmal durch deine Wohnung und schaue nach, ob alle elektronischen Kleingeräte ausgeschaltet sind. Ziehe die Stecker bei Föhn, Kaffeemaschine, Fernseher und WLAN-Router komplett raus. Viele Geräte sind nach dem Ausschalten nämlich immer noch im Standby-Modus und verbrauchen daher weiterhin Strom. Je länger du verreist, desto höher ist die Geld- und Umweltersparnis, die du mit ausgesteckten Geräten erreichen kannst.


7. Pröbchen nachfüllen statt neu kaufen

Die Flugreise steht an, da darf der obligatorische Shoppingtrip durch den lokalen Drogeriemarkt natürlich nicht fehlen. Das Lieblingsshampoo, die Lieblingstagescreme und das altbewährte Deo sollen auch im Urlaub an deiner Seite sein. Wenn du Flüssigkeiten im Handgepäck mitnehmen möchtest, dann darfst du allerdings laut europäischer Gepäckbeschränkung nur Flüssigkeiten in 100ml Behältern mitführen. Anstatt dir die Produkte nun in den vorgefertigten Reisegrößen zu kaufen, befülle lieber wiederverwendbare Flaschen und Dosen. Dafür kannst du entweder für wenig Geld einmalig Reiseflaschen kaufen oder du füllst ganz einfach deine alten Pröbchen immer wieder neu auf.


8. Stoffbeutel statt Plastiktüte verwenden

Stell dir vor, du verwendest in Kenia eine Plastiktüte und musst dafür 32.000 Euro Strafe zahlen. Klingt absurd? Kenia hat 2017 das strengste Plastikgesetzt der Welt verabschiedet. Seitdem dürfen keine Plastiktüten mehr verkauft und genutzt werden. Aber auch ohne drakonische Strafen: eine Plastiktüte braucht 20 Jahre bis sie verrottet und gerät im Meer als verkleinerter Müll in die Nahrungskette. Verwende also im Aus- und Inland am besten einen mehrfachverwendbare Stoffbeutel – dann bist du finanziell und ökologisch auf der sicheren Seite.


9. Suche über ecosia

Eine Reise zu buchen ist aufwendig und kostet viel Zeit. Hotels vergleichen, Flüge raussuchen, jetzt aber vielleicht doch lieber alles 2 Tage früher? Also das ganze Spiel noch mal von vorne. Dabei verbringst du viel Zeit im Netz. Anstatt die üblichen Suchplattformen zu nutzen, verwende stattdessen ecosia. Diese Suchmaschine verwendet ihre Gewinne um Bäume zu pflanzen und ihre Energiegewinnung aus nachhaltigem Solarstrom zu erzeugen. Durchschnittlich brauchst du 45 Suchanfragen um mit ecosia einen Baum zu pflanzen. Das macht bei einer selbstgebuchten 3-wöchigen Rundreise locker drei Bäume. Kosten fallen für dich keine an.

Ein ähnliches Konzept wie ecosia hat sich gutBürger.reisen auf die Fahnen geschrieben. Die noch recht junge Buchungsplattform bietet Pauschalreisen, Busreisen und Last Minute Angebote an, die ihre negative Ökobilanz automatisch durch Spenden an umweltbewahrende Projekte wie atmosphair ausgleichen. Das Werbeversprechen sagt zwar, dass dem Kunden hierdurch keinerlei Kosten entstehen würden, allerdings habe ich bei meiner Recherche jedes Pauschalangebot bei herkömmlichen Anbietern wie holidaycheck immer umdie 50 Euro billiger gefunden (2-Wochen Pauschalurlaub auf Mallorca ab Köln/Bonn für 2 Personen). Dennoch: Wer umweltbewusst reisen und möchte, und dabei wenig Aufwand haben möchte, dem bietet gutBürger.reisen sicherlich eine bequeme Alternative.


10. Langsam reisen

Wenn du länger an einem Ort bleibst, profitierst du gleich mehrfach: Du kannst die Stadt und die Umgebung zu Fuß erkunden, anstatt Geld und CO₂ für Taxis und Mietwagen auszugeben. Da du dich mit der Zeit besser auskennst, findest du die günstigen und authentischen Restaurants und Bars. Du kannst auf dem lokalen Markt in Ruhe feilschen und zugleich regionale Lebensmittel kaufen. Da du keinen sklavischen Zeitplan befolgen musst, kannst du spontan entscheiden wann du Sehenswürdigkeiten und Museen besichtigen willst, und dabei günstige Konditionen wahrnehmen, wie den Familientag, der nur einmal pro Woche stattfindet. Viele Hotels bieten außerdem günstigere Tarife für längere Aufenthalte.

Titelbild by pine watt on Unsplash

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