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Geld abheben im Ausland ohne Zusatzkosten

Wenn du im Ausland Geld abheben willst, dann musst du aufpassen nicht Opfer von Betrügern zu werden. Besonders außerhalb von Europa sind Abzocken am Geldautomaten an der Tagesordnung. In diesem Artikel zeige ich dir wie du unnötige Gebühren und Kosten vermeidest.


Der Flieger setzt sicher auf dem Boden auf. Das Gepäck war pünktlich am Band. Den Pulli hast du dir umgebunden, denn die Sonne lacht dir fröhlich entgegen. Jetzt schnell noch Bargeld abheben und dann nichts wie los in den Urlaub.

Der erste Geldautomat ist auch schnell ausfindig gemacht und zuversichtlich steckst du deine Kreditkarte in den Schlitz des ATM – schließlich hast du dir vorher Gedanken gemacht und dich informiert welche Karten du dabei haben solltest, um Gebühren zu vermeiden. Doch dann: SCHOCK. Access fee, mark up rate, exchange rates, conversions, billing amount? So hast du dir das nicht vorgestellt. Kostenlose Kreditkarte stand da doch im Internet. Also einfach alles ignorieren und ja drücken bis das Geld rauskommt?

Mitnichten!

Die ATM Betreiber schüren nur zu gern die Ängste der Touristen

Vor dir auf dem Display ein unverständlicher Wortsalat (die Deutsche Spracheinstellung suchst du natürlich vergebens) und hinter dir in der Schlange verdrehen die Leute schon lauthals die Augen, weil du so lange alles blockierst. Dein Stresslevel steigt. Du willst ja auch nicht für dumm gehalten werden. In dieser Situation heißt es: Tief durchatmen und Ruhe bewahren! Die Leute hinter dir wirst du wahrscheinlich nie wieder sehen, und gleich zu Anfang des Urlaubs unnötiges Geld in den Sand zu setzen wird dir schlimmstenfalls die ersten Urlaubstage vermiesen.

Was bedeutet also all das auf dem Display? Was musst du tun, um gut gelaunt in den Urlaub zu starten?


Merke dir einfach diese 2 Dinge, um Gebührenfallen zu vermeiden.

Erstens: Hebe Geld immer in der Landeswährung ab!

Wenn du im Euro-Ausland unterwegs bist – super. Die Landeswährung ist gleich deiner Heimatwährung. Hier musst du nichts beachten. Wenn du aber im Nicht-Euro-Ausland unterwegs bist, heißt das: aufgepasst! Hier kommt der Wechselkurs ins Spiel. Und den Wechselkurs nutzen viele Automatenbetreiber nur zu gerne, um versteckte Gebühren zu erheben.

Meist läuft das Spielchen so ab: Du steckst die Karte in den Schlitz, wählst als Sprache Englisch, dann drückst du withdraw (=Abhebung) und wählst den Betrag, den du abheben möchtest (=select amount). Hier fragen dich einige Geldautomaten, ob du in Euros oder in der Landeswährung abheben möchtest. Du erinnerst dich an Leitsatz Nummer 1: Hebe Geld immer in der Landeswährung ab! Also wählst du hier nicht Euros, sondern Landeswährung. Manche ATMs überspringen diesen Schritt und bieten dir direkt die Landeswährung an. Bevor du jubelst: Dennoch kommt es dann auf der nächsten Seite zu folgendem: Ein Screen erscheint, in dem dir der Umrechnungskurs aufgezeigt wird. Da steht dann zum Beispiel: „This ATM offers conversion to your home currency“ oder „Please select currency conversion offer“ und darunter in der Regel zwei Spalten mit der Auflistung des Wechselkurses und der Gebühren. In der einen Spalte stehen viele Informationen und die Aufforderung: „Continue with conversion“ und in der anderen Spalte stehen nur wenige oder keine Informationen und die Aufforderung „Continue without conversion“. Die Abzocke daran: Das vermeintlich transparentere Angebot der beiden, ist in der Regel der deutlich schlechtere Umrechnungskurs und enthält zusätzliche Kosten! Dieses Prozedere nennt sich Dynamic Currency Conversion (=dynamische Währungsumrechnung). Und ganz locker-flockig dynamisch werden eben auch Zusatzkosten und überzogene Wechselkurse berechnet. Durch solche Gebühren, Aufschläge und höhere Wechselkurse können laut Stiftung Warentest bis zu 13% Zusatzkosten berechnet werden.


Dass der Geldautomat dich gerade mit DCC zu betrügen versucht, erkennst du an Punkten wie:

  • Access fee = Geldautomaten-Entgeld. Eine Gebühr, die der Betreiber vom Kunden verlangt für die Benutzung des Automaten. Geldautomaten-Entgelde sind meist fixe Gebühren.
  • Markup rate = Aufschlagkosten. Aufschläge werden in der Regel als Prozentsatz der Kosten ausgedrückt. Der Automatenbetreiber addiert einen prozentualen Aufschlag zu den Gesamtkosten seiner Dienstleistung um damit seine Geschäftstätigkeit zu decken und einen Gewinn zu erzielen.
  • Exchange rate / rate offered: = Wechselkurs. Bei der Dynamic Currency Conversion (DCC) wird häufig ein viel schlechterer Wechselkurs angeboten, als tatsächlich aktuell in den Büchern steht.

Um hier keinem Betrug aufzusitzen klickst du auf dem Bildschirm das Angebot mit weniger Informationen „Continue without conversion“ an. Damit wird dir von deiner Heimatbank der tagesaktuelle Wechselkurs berechnet und es fallen keine oder nur wenige Gebühren an (je nach Kreditkarte, die du nutzt).

Was aber wenn der Geldautomat dir gar keine Chance gibt, dich zwischen zwei Angeboten zu entscheiden? Immer mehr Automaten bieten nämlich anscheinend gar keine Möglichkeit das DCC zu umgehen. Dort steht dann auf dem Bildschirm: „Would you like to fix the exchange rate now?“ oder „You may be charged in [Landeswährung]“ und als Auswahloptionen nur die Möglichkeiten „Yes“ oder „No“.


Hier kommt der zweite Leitsatz ins Spiel: Im Zweifelsfall Nein drücken und sehen was passiert!

Viele Menschen machen hier den Fehler und drücken Ja, schließlich wollen sie ja an ihr Geld kommen. Die Angst, dass der gesamte Auszahlvorgang abgebrochen wird und du von vorne beginnen musst, ist groß. Schließlich trommeln hinter dir die Leute schon ungeduldig auf ihre Koffer. Bleib jetzt dennoch standhaft! Die richtige Antwort ist hier nämlich Nein zu drücken! Denn tatsächlich brichst du hiermit nicht die gesamte Transaktion ab, sondern lehnst lediglich das Angebot des DCC ab und verzichtest damit auf eine Menge Gebühren und miserable Wechselkurse. Das gewünschte Bargeld erscheint nachdem du Nein gedrückt hast wie gewohnt im Ausgabefach (ganz ohne zusätzliche Kosten.)

Hast du auch schon Erfahrungen mit der Dynamic Currency Conversion gemacht oder bist du schon mal auf eine andere Betrugsmasche im Ausland reingefallen? Schreib etwas dazu in die Kommentare und hilf damit Anderen sich selbst und ihr Geld auf Reisen zu schützen!

Photo by Mirza Babic on Unsplash

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